Genossenschaftsanteil finanzieren


Genossenschaftsanteil finanzieren
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Genossenschaftsanteil finanzieren

Wenn Sie in eine Genossenschaftswohnung ziehen, ist neben der monatlichen Miete auch ein Genossenschaftsanteil fällig. Dieser muss zum Einzug aufgebracht und an die Genossenschaft gezahlt werden. Dies ist für viele oft ein Hindernis, da sie die Summe nicht zur Hand haben. Eine Möglichkeit ist es in diesem Fall, den Genossenschaftsanteil zu finanzieren.

Was ist ein Genossenschaftsanteil?

Genossenschaftswohnungen werden von gemeinnützigen Bauvereinigungen errichtet. Sie werden dann den Mitgliedern der Genossenschaft für die Nutzung zur Verfügung gestellt. Die Nutzung ist ausschließlich für die Mietglieder der Genossenschaft möglich. Sie können also nicht in eine Genossenschaftswohnung ziehen, ohne einen Genossenschaftsanteil zu bezahlen. Dieser kann oft mehrere tausende oder gar zehntausende Euro hoch sein.

Der Genossenschaftsanteil ist aber nur bei „echten“ Genossenschaften, also bei gemeinnützigen Bauvereinigungen zu bezahlen, die auch in der Rechtsform der Genossenschaft auftreten. Die Genossenschaftsanteile sind Unternehmensbeteiligungen an der Genossenschaft und quasi Ihre Eintrittskarte in diese – und damit auch in eine Genossenschaftswohnung. Können Sie den fälligen Betrag nicht aufbringen, nutzen Sie einen Kredit, um den Genossenschaftsanteil zu finanzieren.

Vorteile von Genossenschaftswohnungen

Wenn zum Beginn eines Mietverhältnisses einer Genossenschaftswohnung ein meist recht hoher Genossenschaftsanteil fällig wird, eröffnet sich die Frage nach den Vorteilen einer Genossenschaftswohnung. Dies sind vor allem günstige Mieten im Verhältnis zu vergleichbaren Objekten. Möglich sind die niedrigen Mieten durch die Tatsache, dass die Genossenschaft nicht das Ziel verfolgt, mit den Wohnungen möglichst hohe Gewinne zu erwirtschaften bzw. mit diesen zu spekulieren.

Vergleich und Rechner für Genossenschaftsanteile in Österreich

Somit profitieren Sie als Mieter einer Genossenschaftswohnung von günstigen Mieten. Allerdings müssen Sie hiergegen die Kosten für den Genossenschaftsanteil gegenrechnen – vor allem dann, wenn Sie diesen finanzieren müssen. Nehmen Sie einen Kredit auf, um den fälligen Genossenschaftsanteil bezahlen zu können, müssen Sie diesen über eine vereinbarte Laufzeit zuzüglich eines festgelegten Zinssatzes an den Kreditgeber, in der Regel eine Bank oder ein anderes Finanzinstitut, zurückzahlen. Dies bedeutet weitere monatliche Kosten neben der Miete für die Wohnung selbst.

Nutzen Sie den Rechner und Vergleich auf dieser Seite, mit dem Sie sich über die Konditionen verschiedener führender Finanzinstitute informieren, um Ihren Genossenschaftsanteil zu finanzieren. Legen Sie eine für Sie vertretbare Laufzeit fest. Diese beeinflusst zusammen mit dem Zinssatz maßgeblich die Höhe der monatlichen Kreditrate. Addieren Sie diese auf die monatliche Miete für die Genossenschaftswohnung, sollte die Summe günstiger oder maximal gleich hoch sein wie die Miete für eine vergleichbare Wohnung ohne Genossenschaft im Hintergrund. Dann macht es Sinn, in eine Genossenschaftswohnung zu ziehen und den notwendigen Genossenschaftsanteil zu finanzieren – vorausgesetzt natürlich, dass auch alle anderen Parameter passen. Nutzen Sie aber auf jeden Fall einen Kredit Vergleich, um die günstigsten Konditionen zu ermitteln. Der Weg zu Ihrer Hausbank ist bei weitem nicht immer der beste und vor allem günstigste Weg.

Was Sie sonst noch wissen sollten

Viele Genossenschaften zahlen für das einbezahlte Kapital, also den Genossenschaftsanteil, eine Dividende aus. Dies ist aber nicht immer der Fall. Es ist auch durchaus möglich, dass Sie am Ende eines Mietverhältnisses und damit Ihrer Mitgliedschaft in einer Genossenschaft weniger Geld zurückbezahlt bekommen, als Sie anfänglich als Genossenschaftsanteil eingezahlt werden. Denn er muss nicht verzinst werden, sondern kann sogar abgewertet werden. Als Baukostenbeitrag teilt er nämlich das Schicksal wie das Gebäudes: es wird im Laufe der Zeit immer weniger wert, je älter es ist.

Somit ist ein Genossenschaftsanteil auch nicht mit einer Kaution, die bei einer Mietwohnung meist fällig wird, vergleichbar. Die Kaution ist eine Leistung des Mieters an den Vermieter, mit der der Vermieter sicherstellt, dass etwaige Mietzinsrückstände oder vom Mieter zu verantwortende Schäden gedeckt sind, wenn dieser das Mietverhältnis beendet. Ohne zulässigen Grund darf ein Vermieter die Kaution nicht in Anspruch nehmen und einbehalten, sondern diese muss vom Vermieter am Ende des Mietverhältnisses verzinst an den Mieter zurückbezahlt werden. Für den Kauf von Genossenschaftsanteilen entfällt die Kaution.

Durch den Erwerb von Genossenschaftsanteilen erhält der Käufer zudem in den meisten Fällen auch ein Mitspracherecht bei die Mitglieder der Genossenschaft betreffenden Themen und ist zudem befähigt, Vertreter zu wählen. In Genossenschaften werden Vertreterversammlungen regelmäßig abgehalten, in denen Beschlüsse getroffen werden können sowie über wirtschaftliche Verhältnisse informiert wird. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Sie einen Rechtsanspruch erwerben, die Wohnung nach 10 Jahren zum Kauf angeboten zu bekommen. Dies gilt allerdings nur, wenn das Gebäude ab dem Jahr 2000 errichtet wurde und ein Finanzierungsbeitrag von aktuell mehr als 67,97 Euro pro m² Wohnfläche bezahlt wurde.

Voraussetzungen für eine Genossenschaftswohnung

Die Voraussetzungen, unter denen Sie in eine Genossenschaftswohnung ziehen können, sind in Österreich länderweise unterschiedlich geregelt. In der Regel müssen Sie folgende Bedingungen erfüllen:

  • Staatsbürgerschaft
    • Österreichische Staatsbürgerschaft oder
    • EU-Staatsbürgerschaft oder
    • EWR-Bürgerin/EWR-Bürger oder
    • Nicht-EU-Bürgerin/Nicht-EU-Bürger mit Aufenthaltsgenehmigung oder
    • Flüchtling nach Genfer Konvention
  • Altersgrenzen: 18 Jahre alt (Anmeldung ist bereits ab 17 Jahren möglich)
  • Einkommensgrenzen: Die Summe der Nettoeinkommen aller miteinziehenden Personen muss zwischen einer vorgegebenen Mindest- und Höchstgrenze liegen
  • Die Wohnung darf kein Zweitwohnsitz sein